Länder und Kommunen beim Radverkehr vorne

ADFC: Bundesverkehrsminister verpasst Chance um Chance

Die Bundesländer und Kommunen sind dem Bund in Sachen Radverkehrsförderung deutlich voraus. Das Bundesverkehrsministerium präsentiert sich sogar als Bremser des Radverkehrs in Deutschland. Das ist das Fazit des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) des gestern in Nürnberg zu Ende gegangenen zweiten Nationalen Radverkehrskongresses.

ADFC-Logo weiss
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So hat auch Bayern die Chancen einer konsequenten Radverkehrsförderung erkannt. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) stellte auf dem Kongress die Gründungsinitiative der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen“ vor und präsentierte anschließend das Radverkehrshandbuch „Radlland Bayern“, ein Nachschlagewerk für Landkreise und Kommunen, Planer in den Planungsbüros sowie Vereine, Verbände und Initiativen, die sich für den Radverkehr engagieren.

Auch die Gastgeberstadt Nürnberg kümmert sich vorbildlich und umfassend um den Radverkehr – etwa mit Imagekampagnen und dem Ausbau des Radwegnetzes. Zudem gibt es seit einigen Jahren mobile Bürgerversammlungen, bei der Bürger mit Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, Referenten, ehrenamtlichen Stadträten sowie Vertretern der Stadtverwaltung per Fahrrad oder zu Fuß durch die Stadtteile unterwegs sind und so direkt vor Ort Verbesserungsvorschläge machen können.

Das Bundesverkehrsministerium als Veranstalter des Kongresses zeigte hingegen wenig Präsenz. ADFC-Bundesvorsitzender Ulrich Syberg sagte: „Weder der Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer noch einer seiner Staatssekretäre waren auf dem Kongress anwesend. Das spiegelt deutlich den Stellenwert wider, den der Radverkehr im Ministerium besitzt.“ Der Bund dürfe nicht länger nur autobegeisterter Zuschauer sein, sondern müsse endlich Geld und Personal in die Hand nehmen, wenn er den Radverkehr wirklich fördern will.

Unterstrichen wurde das durch die Videobotschaft des Bundesverkehrsministers. „Zum Thema Radverkehrsförderung fällt Ramsauer nichts als das Modellprojekt Öffentliche Fahrradverleihsysteme ein“, so Syberg. „Das reicht nicht.“ Zwar habe der Minister Recht, wenn er sagt, dass Radfahren das Klima schont, gesund ist und Staus vermeidet. „Diese Argumente bringen Menschen aber nicht aufs Rad. In Kopenhagen fahren so viele Menschen Fahrrad, weil die Stadt eine konsequente und moderne Radverkehrspolitik verfolgt“, sagte Syberg. So schaffe sie Angebote, die die Menschen vom Auto aus Rad umsteigen lassen. Denn sie kommen mit dem Fahrrad schnell und einfach von A nach B. Syberg: „Die Menschen wollen mehr Rad fahren, aber die Bundesregierung verschläft die Potenziale des Fahrrades für Klima, Gesundheit und Lebensqualität in den Städten.“

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