schwere Wegebedingungen zwischen Seligenstadt und Rodgau

Der Sturm Sabine ist soweit vorübergezogen und dieses Mal war Seligenstadt nicht stark betroffen. Im Stadtbereich sind keine nennenswerten Schäden entstanden, beim Bäcker war von einigen umgefallen Bäumen auf den Straßen zu hören.
Die Waldwege zwischen Seligenstadt und Rodgau (Sel - Jügesheim, bzw. Sel - Weiskirchen) sind vom Sturm dieses Mal soweit geschont geblieben.
Es liegen kleinere Äste auf dem Weg, aber diese behindern den Radverkehr kaum.

Schlimmer sind die Schäden durch die Harvester.

Waldwegezustand 11.02.2020 (1)
Waldwegezustand 11.02.2020 (1)

Der Waldweg (Verlängerung Griesgrund nach Jügesheim) und die Lange Schneise, sowie die Wege Richtung Froschhausen (Dreimärker Schneise), etc. sind aktuell durch Harvester stark in Mitleidenschaft geraten.

Die Wege sind in einem erbärmlichem Zustand, überalle größere Harvesterspuren und große Matschstellen. Eine flottes Vorankommen per Fahrrad ist quasi unmöglich. Bei einer heutigen Fahrt konnte man nur mit halber Geschwindigkeit vorwärts kommen.

Im Dezember 2019 hießt es noch, daß die Forstarbeiten soweit abgeschlossen werden, aber im Januar und Februar 2020 waren die Forstarbeiten mit Harvester sehr intensiv, auch in den Nachstunden morgens und abends.
Radfahren wurden durch starkes Blendlicht behindert, teilweise standen sogar Transporter oder andere Fahrzeuge mitten auf dem Weg.

Anscheinend ist den Waldarbeiten nicht bewußt, wie intensiv diese Wege für den Radverkehr sind. Die Wege werden nicht nur für Freizeitfahrten, sondern vielfach auch für den Weg zur Arbeit genutzt.

Die hier dargestellten Fotos wurden am 11.02.2020 am Nachmittag gegen 15 Uhr gemacht.

Update:

Wir haben den Sachverhalt an die Stadt Seligenstadt zugeschickt und hierzu eine Antwort erhalten:



Anbei eine ausführliche Stellungnahme zu Ihrem Anliegen betreffend des Waldes vom zuständigen Forstamt Langen:

"Herrn Herrmann und dem FA Langen ist der von Herrn Kolb geschilderte Umstand bekannt. Wir bedauern es sehr, dass sich dieser leider nicht vermeiden lässt, denn die Arbeit in und mit der Natur birgt immer wieder auch Unvorhersehbarkeiten.

Aufgrund der Schwere des Unwetters vom 18.08.2019 wurde der Stadtwald Seligenstadt extrem schwer in Mitleidenschaft gezogen. Hinzu kam der schwierige Umstand, dass HessenForst den Holzverkauf für Kommunen mit mehr als 100 ha Waldfläche seit dem letzten Jahr nicht mehr durchführen darf.
Daher war bis in den Herbst 2019 hinein unklar, durch wen die enormen Holzmengen, die für die Stadt Seligenstadt auch einen große finanziellen Wert bedeuten, vermarktet werden. Im November wurde dann eine Lösung gefunden. Seither laufen im Seligenstädter Stadtwald fast ununterbrochen die Aufräumarbeiten.

Ganz abgesehen davon, welchen naturalen Schaden der Stadtwald und wirtschaftlichen Schaden die Stadt infolge der sich ändernden Witterungsbedingungen - hier zu nennen sind gerade die beiden letzten Jahre mit ihren sehr ausgedehnten überdurchschnittlich warmen Trockenperioden sowie den Stürmen im September 2018 und August 2019 - erlitten haben, diese Schäden sind zu beseitigen und der Wald muss auf die sich abzeichnenden klimatischen Veränderungen vorbereitet bzw. angepasst werden.

Aus diesem Grund werden die gebrochenen und geworfenen Bäume im Stadtwald Seligenstadt aufgearbeitet und der Holz- und Zellstoffindustrie zugeführt. Hierdurch erzielt die Stadt Seligenstadt trotz aller widrigen Umstände auch Einnahmen, die wiederum in die Wiederbewaldung fließen werden.

Aus Gründen der Arbeitssicherheit und des zeitlichen Drucks kann auf den Einsatz schwerer Technik in Form von Harvestern und Forwardern nicht verzichtet werden. Hiervon bleibt leider auch ein Teil der Waldwege nicht unberührt, gerade nach Zeiten längeren Regens.
Der Stadtwald dient zwar in überwiegendem Maße der Schutz- und Erholungsfunktion. Dennoch ist er auch gewissermaßen Forstbetriebsfläche. Und aus den o.g. Gründen steht vorübergehend die Beseitigung der Sturm- und Trocknesschäden im Vordergrund. Sofern die Schäden beseitigt sein werden, kann der Stadtwald auch wieder in vollem Umfang den Freizeit- und Erholungssuchenden zur Verfügung gestellt werden.

Die Harvesterarbeiten sind Ende letzter Woche abgeschlossen worden. Die Holzrückung sollte etwa Anfang/Mitte März enden. Parallel dazu wird das Holz bereits durch die Käufer aus dem Wald geholt.
Ich gehe davon aus, dass etwa Ende März 2020 alle Arbeiten/Transporte weitestgehend abgeschlossen sein werden. Im Anschluss daran - sofern es dann das Wetter zulässt, könnten die Wege-Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt werden, so dass die Wege dann alsbald auch wieder uneingeschränkt für Erholung und Freizeit genutzt werden können.
Bis dahin sollte auch die Bevölkerung Verständnis für die besondere Situation im Stadtwald haben.
Wir setzen uns dafür ein, schnellstmöglich wieder akzeptable Verhältnisse im Wald, einschließlich der Wege, vorzufinden."

Dies für Sie zur Kenntnis mit der Bitte um Verständnis!


Freundliche Grüße
Im Auftrag
Simone Pöhler
Amt für Stadtentwicklung
Marktplatz 1, 63500 Seligenstadt
Telefon: 06182 87289
Fax-Nr: 06182 87389
E-Mail: stadtentwicklung?(?at?)?seligenstadt.de

Bildergalerie

Waldwegezustand 11.02.2020 (2)

Waldwegezustand 11.02.2020 (2)

Copyright: Martin Kolb
Waldwegezustand 11.02.2020 (3)

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Waldwegezustand 11.02.2020 (4)

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Waldwegezustand 11.02.2020 (5)

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